Femtech - Aus der Nische in den Massenmarkt

Femtech – ein Kunstwort aus Female Technologies. Ida Tin, Mitbegründerin der Menstruations-Tracking-App Clue, prägte den Begriff 2016 auf der TechCrunch Disrupt Conference maßgeblich mit. Digitale Gesundheitssoftware, technologische Dienstleistungen, elektronische Geräte wie Wearables und weitere, diagnostische Technologien zählen zu Femtech, aber im weiteren Kreis auch Produktinnovationen wie Periodenunterwäsche. Industrie und Wirtschaft entdecken die Hälfte der Weltbevölkerung endlich als Zielgruppe! Mit Technologien, die speziell für Frauen entwickelt werden und die Gesundheitsversorgung von Frauen unterstützen wollen.

Dennoch: Femtech-Unternehmen besetzen hierzulande vor allem noch zumindest für Männer tabubehaftete Themen wie Zyklus und Menstruation oder Schwangerschaft. Femtech gilt noch als Nischenmarkt. Dabei hört der Markt bei den vornehmlich reproduktiven Themen ja nicht auf. Ganz junge Frauen, die gerade erst mit dem Zyklus vertraut werden, haben andere Ansprüche, auch was die Verhütung angeht. Frauen, die sich mit der Menopause beschäftigen und noch lange nicht zur Zielgruppe Seniorin gehören, ebenfalls. Es steckt also noch eine Menge Potenzial allein beim hormonellen Fokus.

Herausforderungen im FemTech-Markt

Laut dem Beratungsunternehmen Frost und Sullivan wird die Femtechbranche 2025 ein Marktpotenzial von 50 Milliarden US-Dollar (rund 44,5 Mrd Euro) erreicht haben. Dennoch sind die Investitionen bisher zurückhaltend, auch wenn sie in den letzten Jahren deutlich gestiegen sind. Europaweit gab es 2011 lediglich zwei Wagniskapitaldeals im Femtechbereich. Im vergangenen Jahr waren es 22. Dabei ging es um etwa 250 Millionen Euro. Das globale Finanzierungsvolumen für FemTech Startups lag in 2019 bei über $ 590 Mio. und war somit bereits 10-mal so hoch wie noch in 2009. Andererseits gehen damit gerade einmal 10% der weltweiten Investitionen an FemTech Startups. Dabei machen Frauen die Hälfte der Weltbevölkerung aus und benötigen jährlich geschätzt $ 500 Mrd. für medizinische Gesundheitsausgaben

Die Investoren-Community besteht zum Großteil aus Männern, die die Gesundheitsprobleme von Frauen oft nicht verstehen.

Anita Haak, Account Managerin

Tatsächlich werden Femtechunternehmen auch überdurchschnittlich oft von Frauen gegründet und diese haben es deutlich schwerer als Männer, an eine Finanzierung zu kommen. Die Investoren-Community besteht nämlich zum Großteil aus Männern (94% bei den Top 100 Unternehmen), die die Gesundheitsprobleme von Frauen oft nicht verstehen. Zu diesem Ergebnis kommt auch der Female Founders Monitor 2020 des Bundesverbands Deutsche Startups. Unter weiblichen Gründerinnen erhielten demnach nur etwa 1,6 Prozent Wagniskapital. Unter Männern waren es 17,6 Prozent.

Gender Data Gap: Datenlage unerforscht

Der männliche Körper gilt in der Medizin als Standardmaß, Forschung am weiblichen Körper findet immer noch viel zu wenig statt. (Not so) Fun Fact: Erst 1998 ist die wahre Größe einer Klitoris von der Urologin Helen O'Connell entdeckt worden. Es fehlt an Daten - Wissenschaftler:innen und Publizisti:innen sprechen vom "Gender Data Gap". Hier bieten Technologien, die mit Sensordaten arbeiten, die Möglichkeit, die Fürsorge und Diagnostik etwa zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs oder Endometriose voranzutreiben. Auch hier steckt ein enormes Marktpotenzial: Frauen benötigen jährlich geschätzt $500 Mrd. für medizinische Gesundheitsausgaben.

Das wird eine der Hauptaufgaben in der Kommunikation sein: Themen rund um den weiblichen Körper von den Tabus zu befreien und in der Öffentlichkeit als wichtig und vor allem völlig normal zu besprechen. Femtech-Unternehmen können entsprechend dazu beitragen und mit Studien und Erhebungen maßgeblich für mehr Daten und letztendlich für mehr Akzeptanz sorgen.

Wir müssen Themen rund um den weiblichen Körper von den Tabus befreien und in der Öffentlichkeit als wichtig und vor allem völlig normal besprechen.

Anita Haak, Account Managerin

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