Im Januar beginnt die Zeit der Urlaubsplanung. Die meisten Reisen werden in der ersten Jahreshälfte gebucht – und zwar online. Ein Viertel aller Buchungen generieren große Portale wie Booking.com, Expedia und HRS. Doch innovative Technologien bieten den neuen Start-ups der Reisebranche – sogenannten Travel Techs – die Chance, sich gegen die alteingesessenen Platzhirsche durchzusetzen. Die richtige Kommunikation spielt bei diesem Überholmanöver allerdings auch eine nicht zu unterschätzenden Rolle.

Mit Travel Tech gegen den Mainstream

Die Reisebranche war eine der ersten, die das Potenzial der Digitalisierung erkannt hat. So ist der Gang ins stationäre Reisebüro schon lange nicht mehr notwendig. Egal ob Flüge, Hotels, Mietwagen oder Pauschalreisen – alles kann heute bequem vom Sofa aus gebucht werden. Online Travel Agencys (OTAs) dominieren den Reisemarkt. Laut einer vom Hotelverband Deutschland (IHA) beauftragten Studie hat allein Booking.com einen Marktanteil von über 50 Prozent. Tendenz steigend. Neben den OTAs erhöhen auch Meta Search- und Vergleichsportale wie Holidaycheck oder Tripdadvisor den Druck auf Reiseveranstalter. Sie sorgen für Preis- und Leistungstransparenz und zeigen auf einen Klick die günstigsten Schnäppchen. Doch sind noch längst nicht alle Würfel gefallen, denn digitale Neuerungen eröffnen auch kleinen Playern im Bereich Travel Tech Chancen am Markt.

Karte und IT - moderne Reiseaccessoires
Moderne Reiseaccessoires / Bild: rawpixel.com on Unsplash

Reiseanbieter verbessern ihren Service mit künstlicher Intelligenz

Besonders vielversprechend erweisen sich derzeit die Entwicklungen in den Bereichen Künstliche Intelligenz (KI), Internet of Things (IoT) oder Near Field Communication (NFC). Sie ermöglichen es Reisetechnologie-Unternehmen, individuellen Service anzubieten und sich so von der Konkurrenz abzuheben. Denn über ein großes Online-Portal eine Reise zu buchen, gleicht oft der Massenabfertigung. Auf persönliche Interessen zugeschnittene Angebote oder besondere Erlebnisse sind dort Mangelware. Genau hier liegt das Potenzial, Reisende von sich zu überzeugen, denn personalisierte Vorschläge ermuntern jeden zweiten Interessenten zur Buchung, wie die aktuelle Trendstudie von Booking.com ergab.

Um individuelle Vorlieben bedienen zu können, setzen Reiseanbieter auf künstliche Intelligenz. Das Münchner Start-up Fineway hat einen KI-basierten Service entwickelt, der die Reiseplanung auf wenige Minuten reduzieren soll. Ein Bot fragt die Reisenden nach ihren Motiven, Interessen und Zielen. Anschließend fasst er die Daten in einem persönlichen Reiseprofil zusammen und ist so in der Lage, ein auf die speziellen Wünsche zugeschnittenes Angebot zu erstellen. Auch Flugesellschaften wie Condor setzen inzwischen auf Chatbots, um ihren Service zu verbessern.

Mit IoT und NFC lösen Travel Tech Start-ups die Tücken des Reisealltags

Die neuen Technologien helfen nicht nur bei der Ansprache von Interessenten und der Planung einer Reise. Auf Basis des Internet of Things können weitere Probleme des Reisealltags gelöst werden. So bietet zum Beispiel das Berliner Start-up Horizn Studios smarte Reise-Gadgets, indem es Koffer mit integrierten Powerbanks fürs Smartphone oder GPS – für ein Tracking im Verlustfall – ausstattet. Internetzugang und Beacon-Technologie machen es möglich.

Neben intelligenten Gepäckservices können durch die Vernetzung von Geräten auch digitale Zugangssysteme oder Indoor-Navigationsmodelle realisiert werden. So könnten sich Besucher in Zukunft via Smartphone durch Flughäfen oder Hotels navigieren lassen. Besonders vielversprechend ist die Nahfeldkommunikation (NFC). NFC könnte das Servicelevel auf eine neue Ebene heben. Es sind Szenarien denkbar, in denen Reisende digital und ohne Schlüssel einchecken können. Erste Hotels experimentieren bereits mit NFC-Chips. Integriert in eine elektronische Keycard auf dem Handy könnten die Chips unter anderem dafür sorgen, dass der Fahrstuhl automatisch in das Stockwerk des Gastes geschickt wird, sobald dieser sein Zimmer verlässt. Auch das kontaktlose Öffnen der Zimmertüren ist so möglich.

Kunden wollen eine personalisierte Reise und einzigartige Erlebnisse

Reisende legen heute Wert auf Rundum-Service und das Gefühl, individuell und persönlich beraten und betreut zu werden. Sie wollen ihren Urlaub nicht mehr wie jeder andere verbringen, sondern wünschen sich individualisierte Reisen. Sie wollen keine klassischen Touristen mehr sein oder dem Mainstream folgen. Laut der Booking.com-Trendstudie stehen exklusive und einzigartige Erlebnisse wie das Erlernen einer neuen Fähigkeit oder dem Besuch eines abgeschiedenen Ortes bei jedem Vierten ganz oben auf der Wunschliste. Die Digitalisierung eröffnet dem Segment der der Individualreisen neue Möglichkeiten: Unplanned.de zum Beispiel verspricht seinen Kunden maßgeschneiderte Überraschungsreisen, bei denen die Interessenten erst kurz vor Antritt des Urlaubs erfahren, wohin es geht und welche Kleidung sie einpacken sollen.

Das Smartphone ist im Urlaub immer mit dabei
Das Smartphone kann mehr als nur Urlaubsfotos schießen / Bild: Ragnar Vorel on Unsplash

B2B-Travel-Techs sorgen für die technische Umsetzung

Doch die neuen Technologien nutzen nicht nur den Endkunden. Auch der B2B-Sektor profitiert. Denn Reiseanbieter brauchen komplexe Infrastrukturen, um die Wünsche ihrer Kunden zu bedienen. Wer persönliche und individualisierte Angebote unterbreiten will, muss in der Lage sein, große Datenmengen in Echtzeit zu verarbeiten. Auch Reisebots oder NFC-Chips benötigen entsprechende technische Voraussetzungen.

Travel Techs im B2B-Bereich sorgen dafür, dass Reiseanbieter die nötige Technologie integrieren können, ohne ihre IT inhouse aufrüsten zu müssen. Sie stellen zum Beispiel ganze Buchungs- oder Distributionssysteme zur Verfügung, schaffen Schnittstellen oder werten Daten aus. BD4Travel etwa übernimmt die Echtzeit-Personalisierung von Angeboten. Um die Umsetzung der Beacon-Technologie für ein schnelles Check-In kümmert sich die Hotel-App conichi. Und steigende Buchungsanfragen über das Internet bewältigt Bookingkit – ein Online-Buchungssystem, das erst kürzlich von Travel Industry Club (TIC) und Verband Internet Reisevertrieb (VIR) zum Reise-Startup des Jahres gekürt wurde. Bookingkit bietet eine Software-as-a-Service-Plattform, die es Reiseanbietern ermöglicht, all ihre Geschäftsprozesse über ein einziges Tool abzuwickeln.

Bei der Abwicklung von Prozessen spielt auch Blockchain künftig eine wichtige Rolle. So könnte die Technologie Unternehmen der Reisebranche beim Verkauf ihrer Leistungen an andere Firmen unterstützen. Die Schweizer Distributionsplattform Winding Tree arbeitet beispielsweise an einem Blockchain-basierten Marktplatz, auf dem Fluggesellschaften, Hotels und andere Anbieter ihre Leistungen ohne Zwischenhändler ihren Kunden anbieten können. Das soll den Markt effizienter machen. Lufthansa unterstützt dieses Vorhaben.

Kanalübergreifende Content Strategie für Social Media

Diese Trends zeigen: Reisetechnologie-Unternehmen im B2C- und B2B-Bereich haben erkannt, dass sie die Bedürfnisse des Kunden in den Mittelpunkt stellen müssen. Diese Philosophie sollten sie jedoch auch in der Kommunikation abbilden. Das Ziel für Marketing und PR sollte sein, so nah wie möglich an den Interessen und Wünschen der Reisenden zu kommunizieren. Das bedeutet vor allem, dass ein Travel Tech möglichst jede Gelegenheit nutzen sollte, um in Dialog mit seinen Kunden zu treten. Und das geht heute am besten online, zum Beispiel in den sozialen Netzwerken.

Ein Travel Tech sollte daher bei einer kanalübergreifenden Content-Strategie auf Inhalte setzen, die

  • seine Zielgruppe in ihren Reiseerlebnissen abholt
  • das Alleinstellungsmerkmal des Reiseanbieters (USP) widerspiegelt
  • zur Interaktion anregen.

Insider-Tipps und Schnäppchen-Angebote eignen sich natürlich hervorragend, um Kunden binden. Wichtig ist jedoch, dass das individuelle Reiseerlebnis in der Kommunikation im Vordergrund steht. Bloß Produkte und Sonderangebote zu posten, kommt auf die Dauer nicht gut an. Erlebnisberichte in bunten Formaten wie Bilder oder Videos machen das Reisen online lebendig und machen Lust aufs Koffer packen.

Blogs als Plattform für Erlebniswelten

Um nicht nur kurze „Content Snacks“ auf Social Media zu teilen, sondern auch substanziellen Mehrwert zu bestimmten Reisezielen und –konzepten bieten zu können, sind vor allem Blogs ein gutes Mittel. Hier lassen sich Erfahrungen oder spezielle Erlebnisse zu transportieren, praktische Tipps geben und Eindrücke austauschen. Laut Booking.com sind für 39 Prozent der Reisenden Blogs eine wichtige Inspirationsquelle. Die bekannte Unterkunftsvermittlung Airbnb macht es vor: Auf einem eigenen Corporate-Blog liefert das Unternehmen wertvolle Tipps und investigative Reiseberichte. Ein gutes Vorbild, denn nur durch spannende Geschichten und Informationen, die den Lesern einen wirklichen Mehrwert bieten, kann sich ein Travel Tech im Wettbewerb gegen die OTAs behaupten und langfristig Sichtbarkeit schaffen.

Sie sind ein Travel Tech und finden das klingt einleuchtend? Aber Sie haben keine Ahnung von Social Media oder Blogs? Macht nichts. Oseon hilft Ihnen gerne dabei, Ihre Kommunikation im B2C- oder B2B-Bereich auszubauen. Kontaktieren Sie uns einfach! Eine Übersicht über unsere Leistungen im Bereich Social Media und Content Marketing finden Sie hier.