Timeout statt Always on: Mehr Balance im Agenturalltag

Achtsamkeit und Stressbewältigung im Arbeitsalltag sind mehr als Modeerscheinungen der New Work-Bewegung. Gut die Hälfte unserer wachen Zeit verbringen wir bei Vollzeittätigkeit am Schreibtisch. Da stellt sich automatisch auch die Frage: Wie willst du diese Zeit verbringen?  

Piep, piep, piep – es ist 6 Uhr morgens und das nervtötende Geräusch deines Weckers rüttelt dich aus dem Tiefschlaf. Zeit, sich einem weiteren arbeitsintensiven Tag zu stellen. Der digitale Papierkram auf deinem Laptop wartet bereits auf dich, dein Terminkalender ist gut gefüllt und zwischendurch verlangen Calls und ungeplante Aufgaben deine Aufmerksamkeit. So sieht der typische Agenturalltag für viele aus. Acht Stunden täglich. Manchmal auch mehr. 

Negativer Stress führt zu Krankheit und Fehltagen 

Lasst uns da mal innehalten. Ein Blick auf die Fakten verrät: In den letzten 10 Jahren hat die Zahl der Arbeitsunfähigkeiten aufgrund psychischer Erkrankungen ihren Höchststand erreicht. Depressionen, Ängste und Burnout sind die häufigsten Diagnosen. Einer der Hauptauslöser? Stress. Allein in der Medienbranche gab es im Jahr 2023 knapp 8 Millionen Fehltage wegen psychischer Erkrankungen. Doch ist Stress wirklich so schädlich, wie alle behaupten? Jein. Temporärer Stress kann uns aufmerksamer, konzentrierter und leistungsfähiger machen. Als Dauerzustand und Überforderung wird er allerdings zu einem echten Problem – psychisch wie physisch.  

Die gute Nachricht: Stress, Termindruck und gefühlte Verpflichtungen entstehen lediglich im Außen. Das bedeutet, dass wir immer noch die Kontrolle und Macht über unseren Umgang mit Situationen haben. Mit Achtsamkeit können wir unsere innere Balance besser bewahren. Sie hilft uns, ein dickeres Fell zu entwickeln und Herausforderungen auf eine gesunde Art zu begegnen.  

Achtsamkeitstraining erleichtert den Umgang mit Stress im Arbeitsalltag

Einer der Begründer moderner Achtsamkeitspraxis ist Jon Kabat-Zinn. Seine wissenschaftlichen Arbeiten haben dazu beigetragen, dass immer mehr Branchen wie Medizin, Wirtschaft oder Hochschulbildung Achtsamkeit integrieren. Für ihn bedeutet Achtsamkeit, den gegenwärtigen Augenblick bewusst und ohne Wertung wahrzunehmen und zu akzeptieren. Insbesondere die Akzeptanz einer Situation ermächtigt uns, handlungsfähig zu bleiben. Sie gibt uns die Freiheit, eigenverantwortliche Entscheidungen zu treffen, ohne im Gefühlsstrudel zu versinken. Konkret bedeutet das, zwischen einer stressauslösenden Situation und unserer Reaktionen innezuhalten. In dieser kurzen Pause, die zwischen Reiz und Reaktion liegt, können wir mit Achtsamkeit bewusst handeln. 

Die Akzeptanz einer Situation ermächtigt uns, handlungsfähig zu bleiben. Sie gibt uns die Freiheit, eigenverantwortliche Entscheidungen zu treffen, ohne im Gefühlsstrudel zu versinken.

Caroline Jäger

Einfache Maßnahme fördern die Stressbewältigung  im Agenturalltag

Auch bei Oseon erkennen wir den Wert des achtsamen Umgangs im Team und mit uns selbst. Diese drei Maßnahmen helfen uns im Arbeitsalltag, unsere Stressresilienz zu fördern:

  • Offene und ehrliche Kommunikation hilft uns, die Bedürfnisse des Einzelnen zu verstehen und aufeinander Rücksicht zu nehmen. Das ermutigt uns, in stressigen Zeiten ehrlich miteinander zu sprechen und Aufgaben bei Bedarf umzuverteilen oder neu zu priorisieren. Jeder weiß: Wenn es zu viel wird, darf man was sagen.
  • Wir konzentrieren uns auch in intensiven Arbeitsphasen auf den Zusammenhalt im Team und organisieren regelmäßig Team-Events, um eine vertraute Atmosphäre zu schaffen und gemeinsame Erinnerungen zu erleben. Das verbindet und fördert auch das Verantwortungsgefühl und die Achtsamkeit für einander. 
  • Wir pflegen eine flexible Arbeitskultur, die es jeder und jedem ermöglicht, zur bevorzugten Zeit und am bevorzugten Ort zu arbeiten – und wir haben als zusätzliche Auszeit den sogenannten Timeout-Tag eingeführt. Dieser Tag gibt uns die Möglichkeit, sich eine Auszeit vom Agenturalltag zu gönnen und die Batterien nach besonders anstrengenden Phasen wieder aufzuladen. Unabhängig von unserem Urlaub können wir einen Tag pro Monat flexibel und – nach Abstimmung im Team – auch kurzfristig freinehmen. Damit das erste Piepsen am Morgen auch mal die Vögel vor dem Fenster sind. 

Bild: Unsplash

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