Viele Unternehmen nutzen Facebook oder Twitter für PR und Marketing. Doch erfolgreiche Kommunikation ist auf diesen Plattformen schwer: Nicht jede Firma erreicht die gewünschte Zielgruppe, Reichweite oder Interaktionsrate. Die Gründe dafür sind vielfältig. Oft mangelt es an einer ordentlichen Strategie. Oft sind Unternehmen zu sehr auf Facebook und Twitter fixiert, ganz egal, ob die Bespielung sinnvoll ist oder nicht. Es lohnt sich zu schauen, was für soziale Netzwerke sich sonst noch für die eigene Kommunikationsstrategie anbieten – wie wäre es mit Pinterest, Reddit oder Snapchat?

Soziale Netzwerke

Social-Media-Plattformen mit Potenzial

„Lasst uns doch mal was mit Social Media machen“ – wenn es um die Planung von PR- und Marketingaktivitäten geht, dürfen soziale Netzwerke nicht fehlen. Etwa 90 Prozent der deutschen Unternehmen setzen auf soziale Netzwerke bei der B2B- und B2C-Kommunikation. So berichtet das Deutsche Institut für Marketing. Plattform Nummer 1 ist Facebook mit über 85 Prozent. Ebenfalls vorne mit dabei sind Youtube (75 Prozent) und Twitter (51,5 Prozent).

Doch nur weil etwas im Trend liegt, heißt das noch lange nicht, dass Unternehmen dabei unbedingt mitmachen müssen. Grundsätzlich eignen sich soziale Medien für Firmen, die ihre Bekannt- oder Beliebtheit steigern und mit ihrer Zielgruppe in direkten Kontakt treten wollen. Das Potenzial haben wir bereits in einem vergangenen Blogpost erläutert. Aber nicht jede Zielgruppe ist auf Facebook oder Twitter anzutreffen. Zumal es aufgrund der Vielzahl an Mitgliedern und das Spiel der Algorithmen auf den altbekannten Plattformen zunehmend schwierig wird, gesehen zu werden und nicht in der Masse unterzugehen. Ohne Unsummen an Budget für Ads und Werbung auszugeben, ist es für Unternehmen auf Facebook, Twitter und Youtube nahezu unmöglich geworden, eine nennenswerte Reichweite zu erzielen oder aus der Konkurrenz herauszustechen. Es lohnt sich also, den Blick zu weiten und andere Kanäle für die Kommunikation in Betracht zu ziehen. Prüfen Sie doch mal die Eignung kleinerer Netzwerke wie Pinterest, Reddit oder Snapchat für die B2C-Kommunikation.

1. Pinterest – die Ideenmaschinerie

Eine echte Alternative zum überladenen Instagram ist die Bildersuchmaschine Pinterest. In diesem sozialen Netzwerk können Nutzer Bilderkollektionen mit Beschreibungen an virtuelle Pinnwände heften. Anders als Instagram oder auch Facebook ist Pinterest keine Social-Media-Plattform für die Selbstdarstellung. Die Nutzer nutzen es vielmehr zur Inspiration und zur Ideensuche: Auf virtuellen Pinnwänden sammeln sie Bilder und Grafiken, die sie interessieren – die so genannten Pins. Pinterest hat 250 Millionen Nutzern weltweit, fünf Millionen davon in Deutschland. Im Vergleich zu Instagram – 15 Millionen Nutzer in Deutschland – ist das verhältnismäßig wenig. Doch das soziale Netzwerk wächst stabil und sollte nicht unterschätzt werden.

Denn wo noch nicht allzu viel los ist, hält sich auch die Konkurrenz in Grenzen. Inhalte haben so die Chance, eher gesehen zu werden. Deshalb ist genau jetzt der richtige Zeitpunkt, die Kommunikation auf Pinterest zu starten. Die Nutzerzahlen steigen bereits: Allein 2017 ist die Anzahl an Nutzern weltweit um 40 Prozent gewachsen, in Deutschland waren es sogar 72 Prozent, so die Angaben des Statistik-Portals Statista. Besonders die jüngere Zielgruppe ist auf der Plattform aktiv: Jeder vierte Deutsche zwischen 18 und 29 war 2017 bei Pinterest angemeldet.

Doch für wen eignet sich Pinterest? Besonders gut zeigen können sich B2C-Unternehmen, die visuell ansprechende Produkte und viel Bildmaterial im Angebot haben. Die Bildersuchmaschine bietet sich vor allem für langfristige Kommunikationskampagnen an, da Inhalte auch nach längerer Zeit noch leicht auffindbar sind. Ebenso lassen sich auch nach Monaten noch Besucher auf die eigene Webseite oder den eigenen Online-Shop lotsen. Die Nutzer lassen sich auf Pinterest besser als auf anderen Plattformen früh im Kaufprozess abholen, da sie auf Ideensuche sind. Das macht die Plattform besonders für das Marketing interessant. Aber auch PR-technisch bietet Pinterest Chancen. Etwa, Unternehmen über Tipps und interessante Grafiken bei der Zielgruppe bekannt zu machen. Dabei sollten Pins vor allem hübsch aussehen, mit einer Beschreibung – Achtung, Keywords nicht vergessen – zum Nachdenken oder Klicken anregen und einen Call-to-action enthalten. Denn Nutzer wollen auf Pinterest Inspirationen, die sie nachmachen können.

2. Reddit – The Front Page of The Internet

Wem die Zielgruppe auf Pinterest nicht passend ist oder wer ein technischeres Umfeld benötigt, für den könnte der Social-News-Aggregator Reddit interessant sein. Reddit enthält eine Mischung aus Neuigkeiten, Links, sozialen Kommentaren und Computerfreaks. Für sehr technische Marken, vor allem im B2C-Bereich, eignet sich die Plattform hervorragend für eine Kommunikation auf hohem Niveau. Denn hier tummeln sich jede Menge fachlich versierte Nerds, die nach Tipps suchen und gewillt sind, sich zu Technik-Themen auszutauschen. Mit weltweit 1,5 Milliarden Besuchern rangiert Reddit sogar auf Platz 8 der meistbesuchten Webseiten der USA. Die Reichweite in Deutschland ist noch nicht so groß – Reddit Deutschland, „r/de“, hat 75.000 Abonnenten – doch es gibt für nahezu jedes Thema eine passende Community, in der man genau die Zielgruppe erreicht, die man braucht.

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Wer in den Communities, sogenannten Subreddits, mitreden will, muss allerdings den richtigen Jargon draufhaben. Unternehmen sollten sich an die etwas nerdige Sprache anpassen, die „Reddiquette“ befolgen und offensichtliche Werbung vermeiden. Haben Firmen diese Eintrittshürden gemeistert, können sie direkt mit ihrer Zielgruppe, die sich für ihr Thema interessiert und es versteht, in Kontakt treten – etwa via Tipps oder Diskussionen. Über die Plattform können zudem News verbreitet und Medien erreicht werden. So übernimmt beispielsweise das Schweizer Medium Watson einige Nachrichten direkt aus Reddit.

Eine weitere Besonderheit des sozialen Netzwerks, die sich für die Kommunikation nutzen lässt, sind sogenannte Ask-me-anything-Runden, kurz AMAs. In diesen Runden befragen Nutzer Experten. Jede Frage ist erlaubt – und auch Abseitiges beantwortet der Experte. Nutzer stellen ihre Fragen, diese werden von anderen Benutzern auf- oder abgewertet. Je höher die Popularität einer Frage, desto größer ist in der Regel die Wahrscheinlichkeit, dass sie beantwortet wird. Die Runden haben einen doppelten Effekt: Nicht nur die Prominenten erhalten Aufmerksamkeit – sie lenken durch Hinweise in sozialen Netzwerken auch viel Aufmerksamkeit auf Reddit selbst. Fast zehn Millionen Accounts gehören mittlerweile zu den Abonnenten der AMAs. Unternehmen müssen allerdings aufpassen, dass sie authentisch und trotzdem „on message“ bleiben.

3. Snapchat – Der authentische Jugendkanal

Um Authentizität geht es auch auf Snapchat. Der Instant-Messaging-Dienst für mobile Endgeräte ist besonders bei der jungen Zielgruppe beliebt. Um die 14- bis 27-jährigen zu adressieren, die 66 Prozent der insgesamt 6 Millionen deutschen Nutzer ausmachen, ist eine verspielte und ehrliche Kommunikation nötig. Zwar lassen sich Aufnahmen, Fotos und Videos mit Filtern, Emojis und Effekten versehen, doch geht es darum, spontane, nicht gestellte Eindrücke zu zeigen. Wie in einer Art Tagebuch können Unternehmen hier spannende Insides liefern und die App nutzen, um Einblicke hinter die Kulissen zu gewähren. Zum Beispiel können sie einen eigenen Account erstellen und Markenbotschaften platzieren oder Employer Branding betreiben – und mithilfe von möglichst verrückten und außergewöhnlichen Fotos oder Videos von der hohen Aufmerksamkeit profitieren.

Inhalte müssen nicht aufwendig produziert werden, denn die sogenannten Snaps sind nur eine bestimmte Anzahl von Sekunden sichtbar und zerstören sich nach dem Ansehen selbst. Das ist eine Besonderheit des Dienstes. Auch haben Nutzer keine Profile, die mit Inhalten weiter ausgebaut werden. Sie erhalten stattdessen ihre eigenen einseitig ausgerichteten Channels, über die sie immer wieder neue Inhalte verbreiten können. Allerdings steht Unternehmen auch die Funktion „Snapchat Discover“ zur Verfügung, mit der sie redaktionelle Inhalte und professionell erstellter Content in Form von Geschichten – Storys – für einen Tag in die Snapchat-App einbinden können.

Ein paar Nachteile gibt es allerdings: Werbung ist auch hier notwendig, sonst werden Snaps nicht gefunden. Hashtags reichen nicht aus. Bei der Kommunikation sollten Unternehmen daher etwas Geld in die Hand nehmen und auf die Reichweite von Influencern setzen. Auch ist die Erfolgsmessung schwierig, wenn Inhalte schnell wieder verschwinden. Ein Anhaltspunkt liefert der Snapscore, der sich aus der Anzahl aller verschickten und erhaltenen Snaps zusammensetzt und anderen Usern Auskunft darüber gibt, wie intensiv man die App nutzt. Zudem funktioniert die Kommunikation auf Snapchat besser als Ergänzung zu anderen Kanälen.

Soziale Netzwerke in Strategie für PR & Marketing einbinden

Egal für welche Plattformen Sie sich entscheiden: Kommunikation funktioniert nur, wenn sie geplant, strategisch und kanalübergreifend ist. Folgen Sie nicht blind irgendwelchen Hypes, sondern prüfen Sie sorgfältig, wo und wie genau sie Ihre Zielgruppe am besten erreichen. Wen sprechen Sie an? Wo sind diese Leute unterwegs? Wofür interessieren sie sich? Welche Art von Content konsumieren sie gerne wo? Oseon hilft Ihnen gerne dabei, Ihre Social-Media-Kommunikation im B2C- oder B2B-Bereich auszubauen. Kontaktieren Sie uns einfach! Eine Übersicht über unsere Leistungen im Bereich Social Media finden Sie hier.