Die Software von Recommind hilft Unternehmensjuristen und Großkanzleien bei der Compliance-Kontrolle. Was wie ein Nischenthema in der Technologie-PR klingt, trug Oseon mit durchdachter Content Strategie und Media Relations erfolgreich an die Wirtschaftsmedien heran. Die Kampagne „Im toten Winkel – wenn der Chef nicht richtig hinsieht“ griff dabei ein für alle Unternehmen relevantes Managementrisiko auf: Compliance-Verstöße. Für die Kampagne erhielten wie den PR Report Award 2016.

Recommind – ein erfolgreicher Case für B2B-Technologie-PR

Recomminds eDiscovery-Software hilft Kanzleien, Unternehmensjuristen und Behörden, unter anderem die Einhaltung von Compliance-Regeln durch sogenannte präventive Audits zu überwachen. Das Produkt dient also einer sehr spitzen Zielgruppe in einem sehr speziellen Anwendungsgebiet.

Ziel der PR-Kampagne für Recommind war es, diese Nische zu verlassen. Wir wollten bei Entscheidern auf Vorstands- und Geschäftsführungsebene ein Bewusstsein für die Notwendigkeit eines IT-gestützten Compliance Managements schaffen.

In unserem Case Video erklären Carolin Nillert und Julia Zhu von Oseon sowie Peter Gottschalk, Head of Marketing DACH bei Recommind, wie unsere Content Strategie funktionierte und welche Erfolge wir mit der Kampagne feiern konnten.

Technologie-PR für ein Nischenthema

Recomminds eDiscovery-Lösungen kommen in großen Anwaltskanzleien, Behörden und Rechtsabteilungen von Konzernen zum Einsatz. Typische Anwendungsszenarien sind kartellrechtlichen Untersuchungen, Compliance-Checks, sowie Revisionen. Die Zahl potenzieller Anwender ist klein, das Marktsegment aber durchaus lukrativ und entsprechend umkämpft. Recommind hatte sich über die Jahre durch gezieltes Marketing eine sehr gute Bekanntheit unter Juristen verschafft. Das Unternehmen wollte nun jedoch durch gezielte PR auch Entscheider auf Führungsebene erreichen und sich so neue Wege für den Vertrieb eröffnen.

In einer solchen fachlichen Nische stößt eine herkömmliche PR-Kampagne für Technologie schnell an ihre Grenzen. Es gibt bei Recommind selten Produktneuigkeiten. Die Kunden sprechen nur ungern über die Anwendung der Lösung. Und selbst Technologie-Journalisten ist eDiscovery in der Regel viel zu speziell für ihre Leserschaft.

Für uns als Agentur galt es also, einen Kommunikationsansatz zu entwickeln, der für ein Nischenthema C-Level Relevanz schaffen würde. Statt der Software sollte künftig, so beschlossen wir, Recomminds Mehrwert für seine Kunden im Mittelpunkt stehen: marktführende Expertise in Sachen zeitgemäßes, IT-gestütztes Compliance Management. Mit der Kernaussage „Compliance Management ist Chefsache“ identifizierten wir das Herzstück unserer Content Strategie. Dabei half, dass Compliance Management – die Steuerung und Überwachung der Einhaltung rechtlicher Vorschriften im Innen- und Außenverhältnis von Unternehmen – seit Jahren Dank prominenter Skandale medial präsent ist.

Crossmediale Content Strategie rund um Compliance

Auf dieser Basis schufen wir für das scheinbar sperrige Thema die themenbasierte Kampagne „Im toten Winkel – wenn der Chef nicht richtig hinsieht“. Statt der Frage, warum Juristen e-Discovery-Software nutzen sollten, fragten wir: „Was passiert, wenn sie es nicht tun?“ Wir nutzten eine thematische Lücke in der Berichterstattung und machten die alltäglichen Gefahren von Compliance-Verstößen sichtbar, die Geschäftsführer und Vorstände aufgrund unzulänglicher oder fehlender Compliance-Kontrollen oft nicht rechtzeitig erkennen.

Erklärvideo zu Compliance / Screenshot: Recommind

Das taktische Instrumentarium bestanden aus regelmäßigen Arbeitnehmerumfragen zum Verhalten im Arbeitsalltag. Ergänzende Gegenbefragungen auf Unternehmensseite deckten Lücken in der Compliance-Sicherung auf. Die Ergebnisse flossen unter anderem in Gastbeiträge in Zusammenarbeit mit Fachjuristen renommierter Sozietäten für Compliance und Kartellrecht sowie Chief Compliance Officer führender Konzerne. Sie untermauerten die Erkenntnisse mit Fallbeispielen aus der Praxis. Die Platzierung der Inhalte erfolgte über klassische Media Relations in reichweitenstarken Wirtschaftsmedien. Begleitendes Videomaterial wie Interviews mit Juristen oder ein Erklärfilm zum Compliance-Begriff ergänzten die Kampagne. Sie kamen zudem im Marketing und bei Vorträgen sowie online auf der Recommind-Website zum Einsatz. Die Ergebnisse der Umfragen verwerteten wir in Form von Whitepapern für das Marketing weiter.

Teil der Content Strategie sind Interviews mit Fachjuristen - wir im Videoformat Peter Gottschalk, Head of Marketing DACH bei Recommind, führte Videointerviews mit Fachjuristen / Screenshot: Recommind

Vertriebsunterstützende Medienpräsenz

Recommind ist mit der Kampagne der Nische der juristischen und technischen Fachpresse entwachsen. Nahezu alle deutschen Wirtschaftstitel und selbst das Radio nahmen unsere Story auf. Reichweitenstarke Medien wie Süddeutsche Zeitung, Wirtschaftswoche, FAZ, Die Welt und Manager Magazin berichteten über die Umfrageergebnisse. Hartwig Laute, Geschäftsführer von Recommind in Deutschland, wurde in dem Zuge als Fachmann für zukunftsweisendes Compliance Management etabliert.

Der Anteil an Berichterstattung in Wirtschaftsmedien und Tageszeitungen stieg von Null auf 25 Prozent. Wir steigerten die Zahl der Artikel 2015 im Vergleich zum Vorjahr um 190 Prozent. Ebenso wertvolle waren für Recommind die engen Kooperationen mit Kanzleien und Compliance-Verantwortlichen aus DAX-Konzernen, die im Zuge der Kampagne vereinbart werden konnten. Diese Verbindungen erleichtern nachhaltig den Zugang zu Neukunden und liefern dem Vertrieb wertvolle Verkaufsargumente aus dem Alltag von Compliance-Verantwortlichen und Juristen. Schließlich konnten über Whitepaper-Anfragen eine Reihe attraktiver Kontakte zu führenden Konzernen, Banken und Unternehmensberatungen gesichert werden.

Erste Neugeschäftserfolge ließen sich bereits eindeutig mit unserer PR-Kampagne in Verbindung bringen. Recommind führt nach eigenen Angaben den Gewinn einiger Aufträge auf die Kampagne zurück – der PR-Invest hat sich um ein Vielfaches ausgezahlt.