Das “Social Web” wird in der deutschen PR-Branche nach und nach ernst genommen und die praktische Auseinandersetzung mit den Werkzeugen des so genannten “Web 2.0″ schreitet endlich voran. Dabei unterliegen viele Entscheider und Praktiker aber der Fehleinschätzung, dass Blogs, Social Networks, Twitter und Co. nur zusätzliche Kanäle seien, mit deren Hilfe man mehr Menschen erreichen kann. Das ist zwar zum Teil richtig, doch eine Reduzierung der fachlichen Auseinandersetzung auf ein neues Toolset lässt drei ganz wesentliche Trends außer Acht, die sich auf grundlegende Strategien und Prozesse der professionellen Kommunikation auswirken:
- Das Gatekeeper-Modell herkömmlicher PR löst sich auf. “Leute die Social Media machen” einfach als neue Gatekeeper zu begreifen, die es zu erreichen und zu überzeugen gilt wie zuvor Journalisten, wird nicht funktionieren. PR braucht deshalb ein neues Verständnis davon, mit wem sie überhaupt spricht.
- Kommunikation hört nicht mehr mit dem “Abliefern” einer Botschaft auf, sondern beginnt dann erst richtig. Unternehmen müssen sich von der Grundhaltung lösen, ihre “Message rüberbringen” zu wollen und daran den Erfolg ihrer Kommunikation zu messen. Gefragt ist in Zukunft eine Organisationsform der ständigen Beteiligung an relevanten Konversationen und das Anstoßen neuer Gespräche im Netzwerk.
- Herkömmliche Abstimmungsprozesse in der Unternehmenskommunikation sind zu langsam. Der Netzwerkeffekt des Social Web und technische Neuerungen beschleunigen Konversationen auf “Echtzeit”. Ein Unternehmen, das erstmal intern Abstimmen muss, was es sagen will oder darf, fällt da schnell hinten runter. Die Branche bedarf also neuer Prozesse und einer engeren Verzahnung zwischen Kommunikatoren und Geschäftsentscheidern.
Dies sind die drei Themenfelder, die das am 15. September 2009 in Hamburg stattfindende PR 2.0 FORUM adressieren wird. Das Forum ist eine eintägige Konferenz für PR-Berater aus Agenturen und Kommunikationsleute in Unternehmen, die sich über die strategischen wie praktischen Implikationen des Strukturwandels der Öffentlichkeitsarbeit austauschen möchten und gemeinsam an der Definition der künftigen Handlungsfelder mitwirken möchten.
Oseon Conversations ist konzeptioneller Veranstaltungspartner des Organisators KongressMedia und Managing Director Tapio Liller wird die Veranstaltung moderierend begleiten. Zu den konzeptionellen Überlegungen zur Konferenz ist auch der Blogpost von Organisator Björn Negelmann lesenswert.
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